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Google Universal Commerce Protocol: Was Händler wissen müssen

Google hat auf der NRF 2025 das Universal Commerce Protocol angekündigt, mit dem Händler­systeme direkt mit KI-gestütztem Shopping verknüpft werden sollen. Das bedeutet es für Ihr Unternehmen.

Jorrit Bouma E-commerce growth team

Was Händler über Googles Universal Commerce Protocol (UCP) wissen müssen

Google hat am 11. Januar das Universal Commerce Protocol (UCP) eingeführt. Es handelt sich um einen offenen Standard, der es Käufer:innen ermöglicht, Produkte direkt im KI-Modus in der Suche und in der Gemini App zu kaufen.

Was UCP ist, wie es funktioniert und welche weiteren Ankündigungen Google dazu gemacht hat.

Was ist das Universal Commerce Protocol?

UCP ist die Infrastrukturschicht, die es agentischer KI ermöglicht, Einkäufe im Namen von Käufer:innen abzuschließen. Eine Person beschreibt, wonach sie sucht, die KI empfiehlt passende Produkte und der Checkout findet direkt innerhalb der Unterhaltung statt.

Google hat UCP gemeinsam mit Handels- und E‑Commerce-Schwergewichten wie Shopify, Etsy, Wayfair, Target, Walmart und Zalando entwickelt. Auf der Zahlungsseite sind Stripe, Visa, Mastercard, Adyen und American Express beteiligt.

Das Protokoll ist Open Source und wurde so entwickelt, dass es mit anderen Standards interoperabel ist, darunter OpenAIs Agentic Commerce Protocol (ACP), Microsofts Agent2Agent (A2A) und Anthropics Model Context Protocol (MCP).

Wie funktioniert UCP?

Traditioneller Google Shopping‑Ablauf:

  1. Shopper-Suchen
  2. Sieht Produktlistings
  3. Klicks zur Händlerseite
  4. Schließt den Checkout auf der Website ab

KI-Modus mit UCP:

  1. Käufer stellt eine Frage in natürlicher Sprache
  2. KI gleicht die Frage des Shoppers mit den Attributen des Produktfeeds ab
  3. KI empfiehlt Produkte
  4. Shopper schließt den Checkout im Gespräch ab

Die Produktdaten, die den KI-Modus unterstützen, stammen aus dem Merchant Center. Das bedeutet: Der Feed, den Händler bereits an Google senden, ist genau die Datenbasis, die die KI nutzt, um Produkte mit Suchanfragen abzugleichen.

Allerdings gleicht der KI-Modus Keywords nicht auf die gleiche Weise ab wie herkömmliche Shopping-Kampagnen. Er interpretiert die Suchintention und gleicht sie mit strukturierten Produktattributen ab. Eine Suchanfrage wie „leichte, wasserdichte Jacke zum Radfahren im Regen unter 150 €“ erfordert, dass die KI genau diese Attribute in Ihren Feeddaten findet.

Was hat Google sonst noch angekündigt?

UCP war die Schlagzeile, aber Google hat gleichzeitig mehrere weitere Tools und Produkte auf den Markt gebracht:

Business-Agent

Markenspezifische KI-Chatbots, die direkt in den Google-Suchergebnissen erscheinen. Käufer können Produktfragen stellen und während ihrer Suche Antworten in der Stimme Ihrer Marke erhalten. Die Roadmap von Google umfasst die Möglichkeit, den Agenten mit Ihren eigenen Daten zu trainieren, Kundeneinblicke zu gewinnen und Käufe direkt im Chat zu ermöglichen.

US-Händler können sich über das Merchant Center anmelden, und die ersten Marken sind bereits live: Lowe’s, Michaels, Poshmark und Reebok.

Neue Merchant Center-Datenattribute

Google führt neue Datenfelder ein, die speziell für Conversational Commerce entwickelt wurden. Diese umfassen unter anderem häufige Produktfragen sowie kompatibles Zubehör oder Ersatzprodukte.

Die vollständigen Spezifikationen sind noch nicht öffentlich. Google startet mit einer kleinen Gruppe von Händlern und wird das Programm in den kommenden Monaten ausweiten.

Direkte Angebote

Ein neues Google Ads-Pilotprogramm für den AI Mode. Anstatt auf Keywords zu bieten, können Werbetreibende exklusive Angebote (Rabatte, Bundles, kostenloser Versand) hervorheben, die kontextuell erscheinen, sobald die Suchanfrage eines Shoppers dazu passt.

Petco, e.l.f. Cosmetics, Samsonite und Rugs USA nehmen am Pilotprojekt teil. Google plant, über Rabatte hinaus auf weitere Wertattribute zu erweitern.

Im KI-Modus zur Kasse gehen

UCP treibt eine Checkout-Funktion auf berechtigten Produktlistings im AI-Modus und in der Gemini App an. US-Käufer können ihre Einkäufe mit Google Pay abschließen, indem sie die in Google Wallet bereits gespeicherten Zahlungsmethoden und Versandinformationen nutzen. PayPal-Unterstützung wird in Kürze verfügbar sein.

Händler bleiben der Verkäufer im rechtlichen Sinne. Sie behalten die Kundendaten, bearbeiten Rücksendungen und besitzen die Kundenbeziehung. Google erleichtert die Transaktion – Sie behalten die Kontrolle.

Wie passt UCP zu anderen Protokollen?

Die Ankündigung von Google folgt auf jüngste Entwicklungen bei Wettbewerbern und zeigt, dass sich eine KI-gestützte Commerce-Infrastruktur herausbildet:

  • OpenAI und Stripehaben im September 2025 das Agentic Commerce Protocol (ACP) eingeführt. Es treibt Instant Checkout in ChatGPT an. Shopify- und Etsy-Händler sind bereits aktiviert.
  • Microsofthat im Januar 2026 Copilot Checkout eingeführt, ebenfalls auf ACP aufgebaut. Shopify-Händler werden automatisch registriert.
  • Anthropic’sDas Model Context Protocol (MCP) von Anthropic stellt die grundlegende Datenebene bereit, auf der mehrere Commerce-Protokolle aufbauen. Es ermöglicht den Echtzeitzugriff auf Bestände, Preise und Produktinformationen.

Diese Protokolle sind so konzipiert, dass sie miteinander interoperabel sind. Google weist ausdrücklich darauf hin, dass UCP zusammen mit ACP, A2A und MCP funktioniert. Ein Händler, der in strukturierte Produktdaten investiert, profitiert plattformübergreifend – nicht nur bei Google.

Was bedeutet das für Händler?

Ihr Merchant Center-Feed treibt den KI-Modus an

Die Produktdaten, die Sie bereits an Google senden, sind die Grundlage, auf der der AI Mode Entdeckung und Empfehlungen aufbaut. Eine separate Integration ist nicht erforderlich. Allerdings präsentiert AI Produkte anders als herkömmliche Shopping-Anzeigen, da sie auf strukturierte Attribute statt auf Keywords abstimmt. Es wird sehr spannend sein zu sehen, wie dies die Art und Weise verändert, wie Händler ihre Kunden erreichen.

Feed-Qualität ist (noch) wichtiger

Produkte mit umfangreichen, detaillierten Attributen werden mit höherer Wahrscheinlichkeit im AI Mode ausgespielt. Produkte mit minimalen Daten hingegen möglicherweise nicht. Der Unterschied zwischen „ausreichend für Shopping“ und „bereit für AI Discovery“ liegt in der Attributtiefe.

Eine neue Möglichkeit, Käufer zu erreichen – ergänzend zu herkömmlichen Shopping-Anzeigen

AI Mode in Search und Gemini native E‑Commerce sind eine neue Form der Produktsuche und ‑entdeckung, kein Ersatz für bestehende Shopping-Kampagnen. Ihr aktuelles Setup funktioniert weiterhin. Aber wenn AI Mode skaliert, ist es naheliegend anzunehmen, dass Händler mit den stärksten Produktdaten auf beiden Flächen im Vorteil sein werden.

Sie behalten die Kontrolle

UCP belässt Händler als Merchant of Record. Kundendaten, Retouren, Treueprogramme und das Erlebnis nach dem Kauf bleiben in Ihrer Hand. Google übernimmt die KI-gestützte Konversation und die Zahlungsabwicklung; Sie behalten die Kontrolle über die Transaktion und die Kundenbeziehung.

Verfügbarkeit in Europa

UCP ist jetzt in den USA live. Google hat sich zu einer globalen Expansion verpflichtet, aber noch keine konkreten Termine für Europa bekannt gegeben. Die Beteiligung von Zalando als UCP-Partner deutet darauf hin, dass Europa Priorität hat, doch der Zeitplan bleibt unklar.

Was als Nächstes kommt

Googles Roadmap für UCP umfasst mehrere neue Entwicklungen, darunter Warenkörbe mit mehreren Artikeln, die Integration von Treueprogrammen, die Entdeckung verwandter Produkte, individuelle Einkaufserlebnisse und eine erweiterte globale Verfügbarkeit.

Die neuen Merchant Center-Attribute werden schrittweise eingeführt. Die Funktionen von Business Agent werden erweitert und umfassen künftig das Training mit Händlerdaten sowie eine direkte Kaufabwicklung.

Wir verfolgen diese Entwicklungen genau. Sobald weitere Details zu den neuen Datenattributen und dem Rollout in Europa bekannt werden, teilen wir unsere Erkenntnisse mit Ihnen.

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